Geocaching-Abenteuer: My Bloody Valentine und The Musty Grave

Hallo ihr Lieben!

Gestern habe ich zum ersten Mal ein RICHTIGES Geocaching-Abenteuer erlebt. Und zwar haben Rägäboge, Jared G und ich uns ans Heben des Caches My Bloody Valentine gemacht. Dass der Owner selbst, Jared G, uns begleitete, war uns beiden natürlich sehr willkommen, zumal ich ziemlich unter Platz- und Höhenangst leide und mich in solch düsteren Gewölben alles andere als wohl fühle – aber mit dem jahrelangen Besten Freund, der gleichzeitig mehr als nur ein „Ortskundiger“ war und Rägeboge an meiner Seite konnte ich schliesslich meine Ängste überwinden und mich letztlich ins Logbuch eintragen.

Jared hielt sich aber sehr im Hintergrund, was die Suche nach den Dosen betrifft… =)

So, aber nun von Anfang an:
Nachdem ich mir fast die ganze Nacht mit dem Schreiben einer Seminararbeit um die Ohren gehauen hatte, war ich ziemlich kaputt und noch gar nicht so richtig in Cacherlaune – aber Jammern nützt nix, abgemacht ist abgemacht, also nix wie los…. =)
Um 11 Uhr gestern trafen Rägeboge und ich auf dem Kiesparkplatz am Walensee ein, wo wir uns mit Jared G treffen wollten. Zu unserer grossen Freude und Ãœberraschung waren des Winters wegen wohl alle Zahlkästen der Parkuhren abgebaut worden, sodass uns die Parkgebühr erspart blieb *juhu* =) Von da aus ging’s dann zu Fuss zu den errätselten Startkoordinaten vom berühmt-berüchtigten Cache „My Bloody Valentine“, meinem ersten „richtigen“ Jared-Cache. Voller Vorfreude (und auch ein bisschen einem mulmigen Gefühl in der Magengegend) nahmen wir dann den Weg am See entlang zu den Anfangskoordinaten unter die Füsse. Das Wetter war ziemlich wolkig und auch relativ frisch und windig, aber prinzipiell super Cacherwetter, da fast keine Muggels unterwegs waren.
Bevor wir aber beim Nullpunkt angekommen sind, legten wir beim „Walenstadt – Hafen“ noch einen Zwischenstopp ein – ein schneller Fund – und weiter geht’s!
Nach einigen Minuten Anstieg durch den Wald fanden wir uns vor dem Eingang des eindrücklichen Gewölbes wieder, wo wir uns kurz mit Hexenpunsch und einigen Weihnachtsplätzchen von Rägeboge noch mal kurz stärkten, bevor wir all unseren Mut zusammengenommen und das modrige Dunkel betraten. Auch das Schild rechts konnte uns nicht mehr von unserer Mission abhalten – erst recht nicht, als Jared uns versicherte, dass dieses Schild „nur“ aus Haftungsgründen angebracht wurde, und wir uns wegen der angeblichen Einsturzgefahr keine Gedanken machen sollten.

 Beim Betreten des Steingewölbes fielen uns Graffittis und eine Feuerstelle ins Auge – da halten sich wohl noch häufiger Leute auf, das nimmt mir die Angst doch noch ein wenig mehr… =) Jared zeigte uns dann noch das Gitter, durch das es je nach Temperatur-Unterschied entweder ins Höhlengewölbe hinein- oder hinauszog… Wo das wohl hinführt?

Dann liefen wir weiter durch eine Art Steinhalle, wo laut Jareds kleinem Geschichtsexkurs einmal ein Militärspital mit Küche, Essräume, Leichenhalle, Operationssäle etc. etc. gestanden haben soll. Die Ãœberreste der einzelnen Räume und Gebäude sind noch gut auszumachen – schade nur, dass die meisten wirklich bis auf die Grundmauern zerstört wurden – die wären bestimmt spannend anzusehen gewesen….

Links sieht man die Grundmauern, bzw. die Säulenreste vom alten Militärspital im Eingangsbereich der Höhle. Rechts: Einmal leer schlucken, noch einmal einen Blick Richtung Tageslicht, und los geht’s, immer tiefer in den Berg hinein.

Dank Öffnungen in den Steinwänden fällt immer wieder etwas Licht in den Eingangsbereich, was das ganze etwas angenehmer macht für den Anfang… Und der Weg zu den Startkoordinaten führt glücklicherweise auch ab und zu auf die Aussenseite der Höhle.

Schienenreste und Häuschen unweit der ersten Station von Jared G’s Mystery-Multi-Cache… Das Gruseln beginnt; denn der erste Hinweis erzählt von Harry, einem Bergarbeiter, der hier immer noch herumspuken soll… Typisch Jared! =D

Den Hinweisen folgend schritten wir dann, mit mulmigem Bauchgefühl, tiefer und tiefer in die Dunkelheit hinein – das gefiel mir weniger… Doch alles Jammern nützt nichts, ohne diese Station ist ein Eintrag im Logbuch unmöglich. Also: Zähne zusammenbeissen und Taschenlampe umklammern… Plötzlich spürten wir, dass wir nicht alleine sind…

Eine süsse kleine Fledermaus hat sich in den düsteren Gewölben ein Schlafplätzchen ausgesucht, und sich auch von uns nicht stören lassen. Wie schnuckelig – so nahe war ich noch nie an einem Tierchen dran – ich bin fasziniert! =D
Motiviert nach dieser aussergewöhnlichen Begegnung haben wir uns dann den Hinweisen nach den Weg zur

zweiten Station gebahnt. Hier mussten wir eine ganze Weile suchen, und meine Nervosität aufgrund der Enge und der Dunkelheit trug nicht zu einem schnellen Fund bei. Doch nach einigen Minuten haben wir’s geschafft, den zweiten Hinweis gelesen und uns dann auf den Weg zu Harry’s Folterkammer machen können…

Ãœberall tropfte Wasser von der Decke – obwohl das Wetter trocken und mild war.

Nachdem wir dann die dritte Büchse und die Koordinaten des Finalcaches in Harry’s Folterkammer gefunden hatten, suchten wir uns ein hübsches Plätzchen ausserhalb der Höhle in der Sonne, um ein kleines Mittagessen zu geniessen und uns für den Weg zum Endcache zu wappnen… =)

Links: Häuschen innerhalb der Höhle =)

Rechts: Aussicht auf den Walensee und die hübsche Berglandschaft drum herum – und die Sonne zeigt sich auch endlich!

Frisch gestärkt ging es dann weiter Richtung Final-Cache. Einen Grossteil des Weges kannten wir schon vom Weg zum dritten Hinweis… Allerdings hatten wir letztlich ganz andere Probleme zu lösen, und zwar: Nicht nur von der Decke tropft überall Wasser, sondern teilweise sind auch die Bodenflächen völlig überschwemmt… Wasser kennt halt keine Balken – Geocacher aber auch nicht! =) So richteten wir uns mit herumliegenden Steinen einen improvisierten Weg ein – das darauffolgende Naturspektakel war jede Mühe wert!

Der Cache-Meister und der Wasserfall ein feucht-fröhlicher Spass der besonderen Art. Hier könnte man wunderbar duschen – wenn es gerade nicht so kalt ist wie heute… =D Zwischen Felswand und Wasserfall kämpften wir unseren Weg, dem vierten und letzten Cache entgegen….

Allerdings hätte ich hier fast aufgegeben: Nachdem ich gesehen habe, dass man sich hier zwischen Höhlendecke und Geröllhaufen hindurchzwängen und dann noch ein Gitter mitten im Gang überwinden muss, lagen meine Nerven mehr als nur blank, und meine Fluchtreflexe wurden immer stärker. Allerdings liess Jared sich nicht beirren und arbeitete sich voran. So blieb mir letztlich fast nichts anderes übrig, als einmal mehr über meinen Schatten zu springen, und es Jared gleich zu tun. Hätte ich da aber schon gewusst, was mich gleich noch erwartet, wäre mir die Entscheidung bestimmt noch schwerer gefallen. Auch hier stand der Boden weitestgehend unter Wasser, und das hier passierte Gitter soll nicht das letzte gewesen sein. Dann mussten noch gefühlte tausend Treppenstufen in schwindelerregender Höhe passiert werden. Glücklicherweise lief Jared auch hier voran, sodass ich seinen Rucksack fixieren, und mich so von der Höhe ablenken konnte… Dann ging es weiter, einen düsteren, schmalen und eher niedrigen Gang entlang, in dem vor vielen Jahren wohl noch ein Fliessband gestanden haben muss – die Metallbauteile davon waren noch gut zu sehen. Auch hier war es mir nicht so richtig wohl, so dass wir Jared zur Eile drängten. Als wir dann endlich den finalen Cache in den Händen hielten und uns ins Logbuch eintragen konnten, waren wir richtig glücklich, und auch ein bisschen Stolz, die Angst überwunden und dieses Abenteuer gemeistert zu haben. Der Weg ins Tageslicht war von da an zum Glück nicht mehr weit! Jippie! =D

Aussicht unweit des Final-Caches

Abendstimmung am Walensee

Blick über den Walensee auf dem Weg zurück zum Parkplatz.

Nachdem wir den Cache „My Bloody Valentine“ von Jared G schon gemeistert hatten, wollten wir uns die neueste Schöpfung von ihm, „The Musty Grave“ auch nicht mehr ersparen. Die Location war hier schnell gefunden, und auch die Spinnen und ihre Hinterlassenschaften konnten die Cacherlust nicht mehr hindern. Hier liess ich dann auch noch die beiden Travel-Bugs „Donald Duck_2012“ und „Neonwürmli“ zurück, in der Hoffnung, dass sie schnell weiterreisen dürfen. Nun ging’s todmüde, aber glücklich, nach Hause und ab ins Bett! =D

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