Ein Geocaching-Stadtrundgang durch Prag

Geocaching macht mir überall Spass, egal wo ich gerade bin. Aber am meisten Spass macht es, wenn man sich gemeinsam mit guten Freunden auf Schatzsuche begibt. An fremden Orten ist geocaching umso spezieller, da man durch die Schatzsuche öfters zu wunderschöne, geschichtsträchtige oder sonst interessante Plätzen gelockt wird, die in keinem Reiseführer vermerkt sind. Prag kenne ich zwar noch kaum, und trotzdem fühle ich mich in der Stadt schon fast ein bisschen daheim – auch wenn ich noch eine gewaltige Anfängerin bin, wenn es um die tschechische Sprache geht… 😉

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Das Tschechische Nationalmuseum – Národní Muzeum

Bevor V. und ich unsere Schatzsuche in Prag starteten, hatte ich ca. 486 Geocaching-Finds auf meinem Konto – und mein Ziel war, den 500. Cache in Tschechien zu zu finden. Unser Enthusiasmus wurde aber schon bald etwas gebremst, denn vor dem Tschechischen Nationalmuseum mussten wir unsern ersten DNF („Did Not Find“) verzeichnen. Irgendwo in der Skulptur vor dem Eingang sollte ein Micro versteckt sein. Leider fand an diesem Tag wohl ein Anlass im Národní Muzeum statt, denn es wimmelte nur so von Sicherheitsleuten. Also gaben wir bald auf und machten uns auf die Suche nach anderen Dosen.

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St. Cyrill und Method-Kirche – Pravoslavný chrám svatých Cyrila a Metoděje

Auf dem Weg zum nächsten Geocache kamen wir an der „St. Cyrill und Method-Kirche“ vorbei, und V. erzählte mir so einiges über die Geschichte dieser Kirche. Ich liebe es, durch Städte zu spazieren und dabei von Menschen, die da Leben, etwas über die Geschichte zu erfahren – es macht sie so viel greifbarer, als wenn man das selbe in einem Schulzimmer 500km weit entfernt hört… 🙂

Im Jahre 1942, während dem zweiten Weltkrieg, war die Kirche der Ort des letzten Widerstandes einer Gruppe Slowakischer und Tschechischer Patrioten, die mit der „Operation Anthropoid“ den Nazi SS Obergruppenführer und Polizeigeneral Reinhard Heydrich getötet hatten. Karl Fischer von Treuenfeld führte die Truppen an, die am 18. Juni 1942 die Kirche stürmten. Die Slowakischen und Tschechischen Patrioten begingen Suizid, um einer Verhaftung durch die Nazis zu entgehen. Heute findet sich ein Museum in der Krypta der Kirche, gewidmet den Patrioten, die heute als Nationalhelden
(source: wikipedia.org)

Damals in der Schule waren Geschichte und Politik nicht gerade meine Lieblingsfächer, aber wenn man direkt am Ort des Geschehens die Geschichte dahinter erfährt, dann ist es etwas ganz anderes.

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V. hat sich geopfert und ist zur eiskalten Moldau heruntergeklettert, um mir den nächsten Cache zu bringen… 😀

Nachdem der Morgen sehr neblig, grau und windig war, wurde das Wetter im Laufe des Vormittages immer freundlicher. Ich freute mich, denn so konnte ich endlich den Blick über die Karlsbrücke geniessen – am früheren Morgen war es so neblig, dass ich kaum sehen konnte, was sich zwei Meter vor mir befand… -.-

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Liebesschlösser an einer kleinen Fussgängerbrücke über die Moldau, direkt unterhalb der Karlsbrücke… So romantisch! <3

Einen DNF loggen zu müssen bedeutet nicht immer, seine Zeit bei der Suche verschwendet zu haben – denn diese Liebesschloss-Brücke hätten wir ohne den Cache bestimmt nicht entdeckt… 😉

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Aussicht von irgendwo unterhalb der Karlsbrücke…

Nachdem wir einige Caches mehr gefunden hatte, wollte ich unbedingt eine Tasse heissen Kakao trinken – ich spürte einen Anflug von Kopfschmerzen, und Schokolade hilft doch gegen fast alles… 😀 Da das Café Restaurant Kampa „horká čokoláda“ (= heisse Schokolade) auf seiner Karte stehen hatte, suchten wir uns einen Tisch. Leider war die heisse Schokolade ausverkauft, aber ich bin ja flexibel, und so bestellte ich dann ein Wiener Schnitzel & Pommes…  Den Kellner hat diese Entscheidung zwar etwas irritiert – aber uns hat’s super geschmeckt. 😀

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Ausblick auf die Karlsbrücke vom Mánesův most

Nach dem Essen spazierten wir noch etwas durch die Altstadt und genossen den Sonnenuntergang, während wir noch ein paar Caches mehr fanden. Der Zähler stand bei 499 Dosen, und ich beschloss, dass ich als 500. Geocache den“Earthcache“ über die Mineral-Brunnen in Karlovy Vary loggen wollte, da Karlovy Vary (oder Karlsbad) mein erstes Ausflugsziel in der Tschechischen Republik war. Also verbrachten wir die restliche Zeit vor meinem Rückflug nach Zürich mit fotografieren und durch die Fussgängerzonen schlendern. 🙂

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Die Kirche der Mutter Gottes auf dem  Týn – Kostel Matky Boží před Týnem; Altstädter Ring

 

My finds in Prague…:

GCP7YK – Praha – Hlavni nadrazi / Prague – The Main Station
GCW43N – Narodni muzeum 1891
GC4FB4A – Novomestsky pivovar
GC1GC4H – Prazske legendy – O Lokytkovi
GC33DJ3 – Prazske legendy – O stribrne rybe
GC38GN3 – Prazske legendy – O studance Pucka
GC1JXDP – Prague bridges 13 – Most na Slovansky ostrov
GC1B418 – Rotunda sv. Krize Mensiho
GC1GQ2T – Prazske legendy – O zkamenelem ulicnikovi
GC1TTFZ – Nejuzsi ulicka v Praze / Prague narrowest street
GC1EMMK – Prague bridges 9 – Manesuv most
GC14WV8 – Terezka
GC4G78X – Otýlie (Norsk, English) – Brhel #14

… on the map:

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Meine gefundenen Caches auf der Geocaching-Karte


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2 Kommentare

  1. Hallo,

    also in Prag geochachen ist ja genial. Schade das ihr den einen nicht finden konntet zwecks der vielen Sicherheitsleute. Von heißer Schoki auf Schnitzel, da hätte ich auch geguckt als Kellner *gg*
    lg Tanja

    1. Hihi ja es war wirklich genial, und es hatte auch die eine oder andere Dose dabei, die nicht so 08/15 war… 🙂 Den Cache beim Narodni Museum, den holen wir uns auch noch. Bin ja bestimmt bald mal wieder in Prag… 🙂 Aber jetzt geht’s am Montag erst mal nach Dublin und dann weiter auf die Isle of Man, um den Heritage Trail (80+ Geocaches) zu absolvieren… 😀

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